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Dao

Chinesische Tusche auf Xuan-Papier, aufgezogen.
50 x 50 cm , Preis 750,- €
Adaption zu einem Gedicht von Han Shan .
"Im Gegensatz zu einer gewissen motivischen Kontinuität in René Bölls Arbeiten hat sich der Maler mit seinen Tuscharbeiten auf ein Terrain gewagt, das zu beherrschen sowohl in technischer als auch geistiger Hinsicht, ein ´Umdenken´ verlangt. Tusche und Xuan-Papier, das im Westen einfachheitshalber unter dem Sammelbegriff Reispapier bekannt ist, sind äußerst sensible Medien, die einem Künstler äußerste Beherrschung der Materie, technische Perfektion und tiefe Konzentration, ja geradezu meditative Versenkung abverlangen. Geschwindigkeit, Pinseldruck, Pinselhaltung, die Dichte bzw. der Flüssigkeitsgrad der Tusche werden nahezu seismographisch genau auf das hochempfindliche und schwer zu kontrollierende Xuan-Papier übertragen, so daß jede Korrektur, jedes Zögern, jede Unsicherheit - auch im übertragenen geistigen Sinn - sichtbar werden und sich somit offenbart, ob sich der Künstler mit dem Fluß der kosmischen Kräfte im Einklang befindet."
Anne Engelhardt-Ng, Ng Hong-chiok: "Mit den Farben zum Dao des Pinsels", aus René Böll/Binghu Shanren, Die Leere erreichen, Schuffelen Verlag 1996.

René Böll / Malerei /

Ölmalerei, Aquarell, Chinesische Tusche, Radierung und Silberstift
Geboren 1948 in Köln .
Seit 1972 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen, Kunsthallen und Galerien in China ( u.a. Kunsthalle Chinas in Peking ), Deutschland, Ecuador, Irland, den Niederlanden, Tschechien und den USA; Studienreisen u.a. nach: China, Ecuador, Irland, Kenia und Russland
u.a. : 1997 : Studienfahrt in den Nordwesten Chinas, das Pamir-Gebirge und die Wüsten Takla Makan und Gobi, mit Unterstützung der „Nordrhein-Westfalen Stiftung“ für Kunst und Kultur in Begleitung der chinesischen Künstler Gu Gan und Zhang Guo Long.
1998 als einziger ausländischer Künstler Teilnahme an der 1. Internationale Biennale der Tuschmalerei, Shenzhen, China

Es gibt meines Erachtens zwei wichtige Kraftfelder, die meine künstlerische Arbeit hineinwir-ken: zum einen die europäische Mal- und Drucktradition, die vor allem in der Ausdrucksform und der formalen Ästhetik meiner Bilder erkennbar ist, und zum anderem das künstlerische Schaffensverständnis, das vom Geist der chinesischen Philosophie, insbesondere dem Da-oismus, beeinflußt ist und an das Selbstverständnis der traditionellen chinesischen Tusche-malerei anknüpft.
Die Natur ist sich selbst überlassen. Ihre Elemente, Feuer, Erde, Wasser, Luft, Sonne und Mond, Meere und Berge folgen dem Dao, dem „ewigen Weg“ in stetigem Wandel. Und auch der Mensch ist, eingebettet in die Natur, nicht das Maß aller Dinge. In der Form des Todes, dem Skelett oder Totenschädel – ein sehr häufiges Motiv in meinen Arbeiten – ist auch er in diesen großen Kreislauf des Dao eingebunden. Nicht dramatisch oder romantisch klein liegt der Mensch im Auflösungsprozeß, sondern natürlich, ohne Zeichen der Auflehnung. Leben und Tod haben, wie alle Erscheinungen der Natur, keine Vorzeichen.
Ich folge in meinem Werk keinem Kanon und keiner ideologischen Richtung, es ist für mich unwichtig, ob meine Arbeiten "modern" sind oder "im Trend liegen" oder wie eine Ausstellung in London hieß, "Sensationen " genannt werden.

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